Eichung der Wellenlängeneinstellung
Ich setze im folgenden einen Spektrographen mit drehbarem Gitter voraus.
Durch Änderung des Anstellwinkels des Gitters zur optischen Achse des Kollimators
ist der abgebildete Wellenlängenbereich einstellbar. Der Anstellwinkel
muß für Sie kontrollierbar einstellbar sein. Im einfachsten Fall
mit einem langen Zeiger auf der Drehachse und einer beliebigen kreisbogenförmigen
Winkelskala, wie ich es bei meiner "Mäusevilla"
realisert hatte. Komfortabler und stabiler gelingt das mit einer Mikrometerschraube,
die über eine geeignete Mechanik das Gitter feinfühlig und reproduzierbar
dreht (z.B. im LHIRES III verwirklicht).
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Die Eichung erfolgt mit einer Kalibrierlampe. Die in Amateurkreisen übliche
Neon-Glimmlampe kostet nur wenige Cent, wird mit 230 V betrieben und strahlt
ein schwaches orange-rotes Licht aus. Diese Lampen kennen Sie z.B. aus
den alten 230V-Spannungsprüfern (Schraubenzieher mit einem Neonlämpchen
im Griff). |
Bei Spaltspektrographen wird mit der Neonglimmlampe der Spalt beleuchtet. Bei
spaltlosen Spektrographen muss ein Spaltersatz in den Fokus des Kollimators
gesetzt werden (künstlicher Stern). Der "Spalt" sollte beim spaltlosen
Spektrographen nach Möglichkeit die Größe des Seeingscheibchens
im Fokus Ihres Teleskops haben (oder kleiner), damit die Auflösung beim
Eichen nicht geringer ist wie bei den Messungen. Ich habe bei meiner Mäusevilla
(spaltloser Spektrograph) eine im Optikfachhandel gekaufte kreisförmige
5 um-Lochblende benutzt. Mit diesem künstlichen Stern im Fokus des Kollimators
konnte ich dann sehr scharfe Eichbildpunkte erhalten
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Man erhält auf diese Weise Aufnahmen wie die nebenstehende. Die
Emissionslinien des Neongases in der Kalibrierlampe erscheinen als scharfe
peaks mit einer Halbwertsbreite (FWHM), die im Falle eines Littrowspektrographen
wegen seiner 1:1 Abbildung dem Durchmesser der Lochblende entspricht (ausgedrückt
in Pixel). |
Um
den mit der Neonlampe gut abgedeckten Wellenlängenbereich von 5800
bis 7000 Angström abzufahren, sind unter Umständen viele dieser
Aufnahmen herzustellen, wobei der Gitterwinkel so verstellt wird, dass sich
"benachbarte" Spektren etwa um 1/3 überlappen. Nebenan ein
Beispiel aus meiner frühen Praxis (noch mit einer selbstgebastelten
groben "Lochblende" in Form einer durchstochenen Aluminiumfolie).So kann man sich dann die Linien des Neonspektrums "entlanghangeln". Mit etwas Übung erkennt man die Linienmuster (Abstand und Intensität) recht schnell. |
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Nachdem ich so eine zusammenhängende Reihe von kalibrierten Neonspektren
aufgestellt habe, fülle ich eine Exceltabelle aus, die mir grafisch
den abgebildeten Wellenlängenbereich und die Dispersion jeweils als
Funktion der Wellenlänge darstellt. Falls Sie dieses Excelsheet
verwenden möchten, können Sie es hier herunterladen. Die nebenstehende Eichkuve für das 2400 Linien/mm Gitter und eine
CCD mit KAF 401ME chip (Audine) zeigt folgendes: |