Die
Interpretation von Spektren
Die Sicherheit bei der Interpretation von Spektren lernt man nur
mit der Zeit, es gehört Erfahrung dazu.
Man sollte die wesentlichen Spektralklassen kennen und deren typischen spektralen
Eigenschaften (dafür den Kaler
lesen !!!).
Man sollte auch möglichst viele Linien kennen. Das lässt sich sehr
gut in VSpec trainieren. In diesem Programm finden Sie ein tool, mit
dem Sie das Periodensystem einblenden und die Linien der Elemente und Ionen
dem gemessenen Spektrum überlagern können. So können Sie schnell
und einfach prüfen, ob Ihre Vermutungen stimmen (könnten). Aber Vorsicht:
Das Programm zeigt Möglichkeiten an. Ob beispielsweise eine HeII-Linie
im Spektrum eines Sterns auftreten kann, weiß das Programm nicht. Das
sollten Sie wissen. Eine HeII-Linie wird nicht im optischen Spektrum eines G-Sterns
auftauchen. Er ist einfach nicht heiß genug, um HeII zu erzeugen. He hat
eine extrem hohe Ionisationsenergie. HeII-Linien finden sich deshalb in sehr
heißen Objekten, wie O-Sternen. Deshalb: den Kaler lesen!
Häufig findet man diffuse Linien (DIB's) interstellarer Materie
(ISM). Sie
gehören nicht zum Objektstern, sondern werden "unterwegs" aus
dem Sternlicht absorbiert. Die Natur dieser ISM ist teilweise noch unbekannt.
Es handelt sich wahrscheinlich um feinste Staubkörner, welche an ihrer
Oberfläche absorbierende Moleküle tragen, wie beispielsweise polycyclische
aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Schauen Sie bei meinen Spektren
von O-Sternen nach. Da sind sie schön zu sehen und auch erwähnt.
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Sie sollten sofort die terrestrischen Linien erkennen, insbesondere die
O2-Banden und die Wasserlinien (wenn Sie hochaufgelöst spektroskopieren).
Manchmal kann man sich an solchen Banden im Spektrum orientieren, wenn
man die Gitterstellung nicht genau kennt. Mit der Zeit entwickeln Sie
einen Blick dafür.
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Sie spektroskopieren einen Stern mit einem Spaltspektrographen im Wellenlängenbereich
um die H alpha Linie und bekommen das links wiedergegebene Bild - und
wundern sich. Was ist denn das? Der recht gleichförmige Spektrenstreifen
eines Sterns ist von hellen querliegenden Streifen überlagert? |
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Links das ausgewertete Spektrum von theta1Ori C (nicht kalibriert). Die Kalibrierung wurde mit je zwei Wasserlinien beidseitig der H alpha Linie durchgeführt (weil mich nur diese interessierte). Die Kalibrierfunktion wurde dann extrapoliert, weshalb sie zum rechten Rand des Spektrums fehlerhaft wird. Deshalb findet man die HeI Linie scheinbar bei 6685 Angström anstatt der richtigen 6678. |