Kollimierung
eines Littrow-Spektrographen
Hier wird beschrieben, wie man den Littrow-Spektrographen möglichst gut
kollimiert. Schließlich möchte man das potentielle Auflösungsvermögen
des eigenen Spektrographen auch ausnutzen, also möglichst scharfe Spektren
gewinnen können.
Erster Schritt:
Damit das Reflexionsgitter das Licht dispergieren kann, muss das einfallende
Licht parallel sein (Divergenz = Null). Das wird erreicht, wenn der Spalt genau
im ersten Fokus des Kollimators steht.
Um diese Einstellung sicher zu stellen ist das folgende Vorgehen sinnvoll:
Man entfernt das Gitter und schaut mit einem auf unendlich eingestellten Fernrohr
durch den Kollimator auf den von hinten beleuchteten Spalt. Der Spalt steht
dann im Fokus, wenn er (inklusive seiner Schneiden und des im Spalt enthaltenen
Staubs) scharf zu sehen ist. Ist das nicht der Fall, muss der Kollimator oder
der Spalt längs der optischen Achse verschoben werden, bis er scharf zu
sehen ist.
Das zum kollimieren verwendete Teleskop/Sucher/Fernglas sollte eine möglichst
große Brennweite und Vergrößerung aufweisen. Je genauer ist
die Kollimierung durchzuführen. Natürlich muß das Gerät
zuvor auf unendlich eingestellt sein (am besten am Stern). Dabei sollte das
gleiche Auge verwendet werden wie nachher am Spektrograph.
Zweiter Schritt:
Das Gitter wird wieder eingebaut. Dann wird der Spalt mit einer Neonlampe (oder
einer anderen Lampe, die scharfe Spektrallinien erzeugt) beleuchtet und das
entstehende Bild auf der CCD-Kamera untersucht. Ziel ist jetzt, die Kamera auf
der optischen Achse in den Punkt zu verschieben, wo die Linien auf der CCD scharf
werden. Allerdings gelingt das im Normalfall nur suboptimal. Da wenige hundertstel
Millimeter Differenz von diesem optimalen Punkt schon eine Unschärfe erzeugen,
wird man sich mit einer ungefähren Schärfe zufrieden geben müssen
(die dann im dritten Schritt optimiert wird). Die Schärfe lässt sich
exakt beurteilen, wenn die photographierten Spektrallinien (= Spaltabbildungen
im monochromatischen Licht der Spektrallinien der Kallibrierlampe) als .fit
abgespeichert und anschließend die FWHM der Linien mit VSpec berechnet
werden.
Beispiel: theoretisches Auflösungsvermögen des Spektrographen 3,8
Pixel (mit SimSpec berechnet), erreichte FWHM durch Verschieben der Kamera auf
der optischen Achse 5,7 Pix. Das genügt. Der Rest wird im dritten Schritt
erledigt.
Dritter Schritt:
Dieser Schritt ist nur sinnvoll, wenn sich die Kollimatorlinse (wie im Lhires
III) sehr feinfühlig mit einem Feingewinde auf der optischen Achse verschieben
lässt. Man verschiebt die Linse durch Drehen am Fassungsgewinde um geringe
Beträge (Drehwinkel am Gewinde) und beobachtet, was mit den Spektrallinien
auf der CCD passiert: Werden sie schärfer oder unschärfer? Ist man
nahe dem Optimum, werden die FWHM der Spaltabbildungen wieder mit VSpec vermessen.
So lässt im im Allgemeinen die Schärfe der Linien optimieren, so dass
> 90% des theoretischen Auflösungsvermögens erreicht werden.
Diese Arbeitsempfehlung geht davon aus, dass der Spalt fest montiert ist, der
Kollimator in einer Fassung mit Gewinde durch Drehung auf der optischen Achse
verschiebbar und die CCD-Kamera in ihren Adaptern längs der optischen Achse
grob verschiebbar und anschließend klemmbar ist.