Be
Sterne
Definition: Be Sterne sind Sterne der Spektralklasse B, bei denen
mindestens einmal eine Balmerlinie in Emission gesehen wurde.
Diese Definition nimmt die wesentlichen Eigenschaften der Be Sterne vorweg:
- Sie sind zumindest zeitweise Emissionsliniensterne. Wenn eine Balmerlinie
in Emission erscheint, ist dies zumeist die H alpha Line bei 6563 Angström.
- Sie müssen nicht perament die Balmerliniene(n) in Emission zeigen.
- Es ist eine gewisse Variabilität zu erwarten.
Ein Drittel der hellsten am am Himmel sichtbaren Sterne gehören zur Spektralklasse
B, obwohl sie eigentlich eher selten sind. Das hängt mit ihrer sehr
hohen Oberflächentemperatur zusammen und der damit verbundenen extremen
Luminosität. Sie sind deshalb weit sichtbar. Sie strahlen ihre Haupenergie
im im UV und Blauen ab. Es sind kurzlebige Sterne, weshalb sie auch meist nahe
ihres Geburtsortes zu finden sind: den Staub- und Molekülwolken in der
Ebene der Milchstraße. Ein Prunkstück bestehend aus B-Sternen sind
die Pleijaden (alle 7 sichtbaren Pleijadensterne sind B Sterne).
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Wegen ihrer "Jugend" rotieren die B Sterne noch
recht schnell. Umfangsgeschwindigkeiten am Äquator von 200 bis 400
km/s sind keine Seltenheit. Wahrscheinlich ist es ein Teil der Ursache für
das Be Stern Phänomen,, dass die schnellen Rotatoren nahe ihrer
Grenzgeschwindigkeit rotieren, bei der die Fliehkraft an der Sternoberfläche
die Gravitation überwindet und Material in's All geschleudert wird.
Aktivitäten an der Sternoberfläche wie Magnetfelder, Flecken,
Pulsationen etc. unterstützen evtl. den "Abwurf" von Gas,
so dass auch unterhalb der Stabilitätsgrenzgeschwindigkeit sich Gas
ablösen kann. Dieses Material kann sich dann in einer gebundenen äquatorialen
Gasscheibe ansammeln, die den Stern ringförmig umgibt (typischerweise
5 bis 30 Sternradien große "discs"). Wegen der intensiven
UV-Strahlung des Be-Sterns ist die Scheibe ionisiert und um die 10000K heiß.
Dadurch können die in der Scheibe enthaltenen Ionen (HII und HeII)
in der Folge von Rekombinationsreaktionen charakteristische Linienkaskaden
in Emission ausstrahlen. Und genau daran sind die Be Sterne im Spektrum
erkennbar: Zumindest die H alpha Linie ist in Emission. Bei sehr heißen
Exemplaren sind viele Linien in Emission: Fast alle Balmerlinien und viele
HeI Linien, teilweise auch Metalle wie FeII und andere.
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Be Sterne werden in der FG Spektroskopie einem Langzeitmonitoring der H_alpha-Äquivalentweitenentwicklung
unterzogen. Wer sich darüber informieren will möchte bitte auf der
website der FG nachschauen: http://spektroskopie.fg-vds.de/
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